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Die Kunst des Lesens

Die Kunst des Lesens

 

 

Die Arbeit mit Wort und Text in einem anregenden und stärkenden Sinn

kann als eine große sogenannte Äther erzeugende,

d. h. Lebenskraft spendende Kunst betrachtet werden.

 

Mit dieser Einleitung beginnt die Beschreibung der dritten Seelenübung "Die Arbeit mit dem Wort und der Aufbau von Ätherkräften" in dem Buch "Übungen für die Seele" von Heinz Grill. Diese Übung möchten wir Ihnen für das Lesen von anspruchsvollen Büchern hier auszugsweise vorstellen. 

"...Ein Buch von einem Verfasser, der in Liebe, Gerechtigkeit und Weisheit lebt oder gelebt hat, trägt auch seine genauen authentischen Kräfte in sich. Der niedergeschriebene Gedanke braucht einen Träger oder auch Erzeuger und dieser liegt in der Person des Menschen. Durch aufmerksames Lesen gedeiht ein sensibler Sinn für den Gedanken und seine Logik und bald entwickelt sich auch ein Bewusstsein für den wirklichen Äther und infolge dieser aktiven Offenheit erblühen durch das Lesen das Herz und der Verstand. Diese Erfahrungen können durchaus sehr leicht wahrgenommen werden, wenn man beim Lesen eine objektive Beziehung entwickelt und gleichzeitig auf seine Empfindungswelt horcht.

lesend-mit-gedankenDie Eigenschaften, die den wirklichen Wert einer Schrift darstellen, leben natürlich nicht nur in einzelnen Wörtern, sondern hinter den Worten. Lesen ist eine Kommunikation einerseits mit den niedergeschriebenen Gedanken, aber andererseits auch mit dem inneren Sinngehalt, der wirklich in dem Worte liegt. Deshalb ist eine immer wieder neu entschiedene Aufmerksamkeit beim Lesen so wesentlich. Die besten Bücher sind in der Regel schwierig, nicht wegen der Wortwahl, sondern weil ihr Inhalt innere Geheimnisse trägt. Wer liest, soll sich bewusst sein, dass er innerlich aktiv wie auf einen Klang eines feinen Musikinstrumentes lauschend und erkennend hinhorchen muss. Beim Arbeiten mit Texten ist immer eine feine Telepathie mitbeteiligt. Das Horchen auf die Worte, auf ihren inneliegenden Hauptgedanken, wie auch das Horchen nach innen in die eigene Welt führt zur Kunst des Lesens. Das Verstehen erfolgt aber meist erst durch ein wiederholtes Lesen und durch ein schöpferisches Erkenntniserwägen über die Inhalte. Besser ist es, wenige Seiten oder nur wenige Paragraphen, als ganze Bücher in einem Zug zu lesen.

Auf praktische Weise können verschiedene Schritte beim Lesen beachtet werden:

  1. Wählen Sie eine anspruchsvolle, möglichst inspirierende Schrift aus und lesen Sie einen oder einige Absätze sehr genau.
  2. Erinnern Sie sich eine kurze Zeit oder vielleicht auch einige Stunden später in einer besinnlichen Rückschau an den oder die zentralen Gedanken. Nehmen Sie die wesentlichen Gedanken sehr sorgfältig in die vorstellende Bewusstheit.
  3. Lesen Sie erneut die gleichen Absätze und überprüfen Sie Ihre Erinnerung nach der Richtigkeit. Welche Gedankenlogik lebt in der Schrift?
  4. Bilden Sie sich eine Vorstellung in möglichst genauer Anlehnung an die zentralen Gedanken des Textes und stellen Sie sich die Frage: Was will der Autor mit diesen Sätzen aussagen? Welcher Gedanke liegt in der Schrift? Was bildet den Hauptgedanken? Wie sind die Gedanken aneinandergereiht? Befinden Sie sich in einer Logik?
  5. Überprüfen Sie durch sorgfältige Innen- und Außenschau Ihre Eindrücke und horchen Sie bewusst auf die stille Kommunikation, die mit den Gedanken entsteht. Welche Formen, welche Gestalten entstehen mit den Gedanken des Gelesenen? Lässt sich das Motiv, das der Autor im Text ausdrückt, einigermaßen erfassen?
  6. Stellen Sie sich vor, dass in jedem Text eine äußere wie auch eine innere Absicht lebt und diese sich auf stille oder offensichtliche Weise in der Gesamtlogik ausdrückt. Eine Schrift, die den Leser manipulieren möchte, lässt sich in ihrer Logik mit dieser sorgfältigen Betrachtung erfassen und das Motiv kann erkannt werden. Die Absicht, die den Worten zugrunde liegt, spricht sich meist in jener Art aus, wie die Sätze in ihrer Logik aufgebaut sind.
  7. Auf diese Weise können Sie ein anspruchsvolles Werk abschnittweise erarbeiten, die Motive eines Autors ergründen, sie in ihrem Wert akzeptieren oder sie im Bedarfsfall, wenn nötig, zurückweisen. Sie können an der Schönheit der Worte teilhaben oder an der Minderheit des Ausdrucks Ihre Phantasie entfalten und Überlegungen anstellen, wie ein Ausdruck konstruktiv besser erscheinen könnte. Es kann eine Empathie und ein freies Erleben des Wortes mit der Arbeit an Texten entstehen und wenn Sie sich wirklich in der Anschauung der geschriebenen Worte üben, so werden Sie in jedem Fall frei schaffend wirken und Taktgefühl entwickeln. Sie werden über das Lesen und Arbeiten mit Texten Ätherkräfte (Lebenskräfte) erzeugen.

 

 

Ubungen_fur_die_Seele

Die vollständig beschriebene Seelenübung zum Lesen sowie acht weitere Seelenübungen finden Sie in diesem Buch von Heinz Grill.

ISBN 9 783906 973336

erschienen im Synergia Verlag

16,90 €

 

 

 

Cover-Lesen-mS

 

 

 

 

 

 

Die hier vorgestellte Übung zur Kunst des Lesens haben wir auch separat in einer kleinen Broschüre herausgegeben, die Sie hier bestellen können.

Broschüre, geheftet, 12 Seiten

2,50 €